Bevor Sigurd und Ingibjörg, die Kinder des Königs, erwachsen wurden, starb ihre Mutter, die Königin. Darüber war der König sehr betrübt, dass er immerzu nur weinte und kaum von ihrem Grab wegzubekommen war.
Als einige Zeit verstrichen war, kamen seine Minster zu ihm und legten ihm nahe, seinem Kummer ein Ende zu machen. Sie rieten ihm, eine neue Frau zu suchen.
Der König sah endlich ein, dass die Staatsgeschäfte wichtiger seien als sein Kummer, und ließ ein Schiff rüsten, das ihm eine neue Frau in der Welt suchen sollte.
Die Abgesandten waren kaum auf hoher See, als ein großer Sturm entstand. Sie verirrten sich und mussten sich ganz dem Wind überlassen, der sie nach einiger Zeit an die Ufer eines unbekannten Landes führte.
Die Anführer stiegen an Land, um es zu erforschen, sie ließen die Mannschaft zur Bewachung des Schiffes zurück. Da sie nichts fangen, was auf menschliches Leben schließen ließ, glaubten sie erst, auf einer völlig unerforschten Insel zu sein, bis sie doch noch ein abseits gelegenes Gehöft entdeckten, das aus ärmlichen Hütten bestand.
Sie gingen näher und fanden eine Frau, die bereits ziemlich bejahrt, aber doch noch hübsch war. Von der wurden sie begrüsst und befragt, woher sie kämen. Da gaben sie bereitwillig über alles Auskunft und erhielten zur Antwort, dass sie hier wohl kaum zum Ziel ihrer Absichten kommen würden. Es war bereits Abend, das Wetter schlecht, so baten die Abgesandten, übernachten zu dürfen. Die Frau schwankte anfangs. ,,Wir sind nicht eingerichtet auf so hohen Besuch’’, sagte sie. Endlich ließ sie sich jedoch überreden, bat die Leute herein --- und wie erstaunten die, als sie die Pracht im Inneren der Hütte sahen!
Nach einer Weile deckte die Frau den Tisch für sie und setzte ihnen Leckerbissen vor, die sonst nur Könige aufbieten können. Die Leute fragten, ob die Frau allein hier lebe.